Der Deutsch-Schweizer Tenor Matthias Stier stellte sich im September 2019 als Nemorino in Rolando Villazóns Neuproduktion L’elisir d’amore dem Leipziger Publikum vor. Im Rahmen seines dortigen Festengagements stehen 2019/20 noch Melot in der Neuproduktion Tristan und Isolde unter Ulf Schirmer, Tamino in Die Zauberflöte, Tenorpartie im Ballett Johannes-Passion, Tenorpartie in Missa Solemnis und Monsieur Taupe in einer Neuproduktion Capriccio auf seinem Programm. In der Spielzeit 20/21 werden u. a. Le Veilleur in Saint-Saëns Les Barbares, Alfredo in La Traviata, Froh in Das Rheingold, Baroncelli in Rienzi und Antonio in Das Liebesverbot hinzukommen.

In St. Gallen geboren und aufgewachsen, ging es zum Studium ans Konservatorium G. Verdi nach Turin bei Erik Battaglia. Von 2002-2006 besuchte er die Meisterkurse an der Sommerakademie des Salzburger Mozarteum bei Elio Battaglia und wurde dort 2006 mit dem Förderungspreis der Landeshauptstadt Salzburg ausgezeichnet. Von 2008-2010 war er Stipendiat des Migros Kulturprozent, Zürich. Währenddessen besuchte er von 2009-2010 den Schauspielkurs für Sänger an der Schauspielschule des Teatro Stabile di Torino unter der Leitung des Regisseurs Davide Livermore. Bei zahlreichen internationalen Gesangswettbewerben ersang er sich Preise und Auszeichnungen. Heute arbeitet er mit Roberto Bellotti in Mailand.

Von 2011 bis 2019 gehörte er zum Ensemble des Staatstheater Braunschweig, dort kannte man ihn unter anderem als Don Ottavio in Don Giovanni, Duca in Rigoletto, Fenton in Falstaff Adam in Der Vogelhändler, Tony in West Side Story, Tamino in Die Zauberflöte, Peter Quint The Turn of the Screw, Walter in Weinbergs Die Passagierin, Graf Almaviva in Il barbiere di Siviglia, Ferrando in Così fan tutte, Alfredo in La Traviata, Nemorino in Der Liebestrank, Hexe in Hänsel und Gretel, Jonas in Meyerbeers Le Prophète, Tenor in Zenders Winterreise. Gastauftritte in Reggio Emilia sowie unter Riccardo Muti beim Ravenna Festival und in Oviedo als Fenton in Falstaff.

Trotz reger Operntätigkeit ist ihm das Konzert- und Liedrepertoire eine Herzensangelegen-heit. Mehrfach gastierte er beim Festival Settembre Musica MITO in Turin und war mit Dvoraks Requiem in Istanbul, mit Puccinis Missa di Gloria und mit Haydns Schöpfung in Bern, mit der Uraufführung von Andrea Porteras Tagete e la terra dell’arcobaleno beim Festival von Stresa, mit Schuberts Es-Dur Messe in Florenz, und 2014 in Cortona mit Beethovens 9. Symphonie unter Daniele Rustioni und in Basel mit Schuberts F-Dur Messe unter Kevin Griffiths zu hören. Höhepunkt im Dezember 2017 war Händels Messias unter Xian Zhang in Madrid. Im Februar diesen Jahres sang er Paul Graeners Vorspiel und Arie mit dem MDR Symphonieorchester unter der Leitung von Ernst Theis im Gewandhaus zu Leipzig. Im gleichen Monat in Braunschweig unter Srba Dinić die Tenorpartie in Beethovens Missa Solemnis. Matthias Stier gab Liederabende in Turin, am Teatro Comunale in Treviso, in Moskau, Seoul, Busan, Shenzhen und in Rouen mit Pianisten wie Alexander Lonquich und Semjon Skigin. Zuletzt war er mit Schumanns Dichterliebe in Dresden zu hören.